Godox EazyFlow Quick-Release-Softbox – durchdachte Konstruktion und ergonomisches Arbeiten
Bei einer Softbox bleibt das Licht das wichtigste Element. Bevor es jedoch die fotografierte Szene erreicht, spielt die mechanische Konstruktion des Lichtformers eine entscheidende Rolle. Das Gestänge muss die richtige Form der Softbox gewährleisten, das Material sollte korrekt gespannt sein, der Speedring muss die Belastung der gesamten Konstruktion auf die Leuchte übertragen, und die Diffusionsschichten sollten sich in einem genau definierten Abstand von der Lichtquelle befinden. Bei einer klassischen Softbox funktionieren all diese Elemente gut, doch ihre Vorbereitung für den Einsatz erfordert Zeit und Kraft.
Die Godox EazyFlow Serie versucht nicht, die bewährten Prinzipien bei der Arbeit mit Lichtformern zu ersetzen. Aus optischer Sicht kommt weiterhin ein bewährter Aufbau zum Einsatz: eine silberne Innenfläche, eine durchdachte Tiefe der Softbox, zwei Diffusionsebenen sowie die optionale Kontrolle der Lichtstreuung mithilfe eines Grids. Der Schwerpunkt wurde vielmehr auf das Aufstellen, Zusammenklappen und Befestigen der gesamten Konstruktion gelegt. Statt die Softbox bei jedem Einsatz von Grund auf neu aufzubauen, wird ein vormontiertes Gestänge entfaltet, das automatisch seine Arbeitsgeometrie einnimmt.

Rapid-Release-Mechanismus – Schluss mit dem erneuten Aufbau des Gestänges
Die Grundlage der EazyFlow Konstruktion ist der Rapid-Release-Mechanismus. Die Stangen des Gestänges bleiben dauerhaft mit dem zentralen Teil des Lichtformers verbunden, sodass sie vor einer Aufnahme nicht einzeln in den Speedring eingesetzt und die Ecken der Softbox gespannt werden müssen. Beim Öffnen wird die gesamte Konstruktion mit einer einzigen Bewegung entfaltet und in der Arbeitsposition verriegelt. Das Material der Softbox erhält die richtige Spannung, während das Gestänge die Geometrie beibehält, die erforderlich ist, um die Diffusoren im richtigen Abstand zur Lichtquelle zu halten. Nach der Aufnahme wird die Verriegelung per Knopfdruck gelöst, die Spannung des Gestänges nimmt ab und die Softbox kann zusammengeklappt werden, ohne sie in einzelne Komponenten zerlegen zu müssen.
Die Konstruktion lässt sich in etwa einer Sekunde aufbauen. Diese Zahl wirkt in den technischen Daten beeindruckend, doch der praktische Vorteil dieser Lösung besteht nicht nur darin, einige Dutzend Sekunden einzusparen. Entscheidend ist vielmehr, dass das Gestänge des Lichtformers nicht jedes Mal neu aufgebaut werden muss und das mühsame Spannen der Stangen entfällt. Das ist besonders bei großen Softboxen von Bedeutung, bei denen die Materialspannung spürbaren Kraftaufwand erfordert, sowie bei mobilen Produktionen, bei denen das Lichtsetup mehrmals am Tag auf- und abgebaut wird.

Flaches Transportprofil statt Schirmkonstruktion
Der schnelle Aufbau einer Softbox ist weder in der Welt der Lichtformer noch im Godox Sortiment eine völlig neue Idee. Dort finden sich beispielsweise auch Schirmkonstruktionen wie die ebenfalls empfehlenswerte UL-BOX Serie. EazyFlow entwickelt dieses Konzept jedoch in eine etwas andere Richtung weiter. Bei einem klassischen Schirmsystem arbeitet das Gestänge um eine zentrale Achse, was auch im zusammengeklappten Zustand zu einem relativ großen Umfang und Volumen des Lichtformers führt. Genau deshalb wurde EazyFlow so konstruiert, dass die Softbox im zusammengefalteten Zustand ein möglichst flaches Paket bildet.
Natürlich bleibt eine große Softbox aufgrund der physikalischen Länge der Stangen weiterhin ein langes Ausrüstungsteil – beispielsweise misst die rechteckige Variante 60 × 90 cm zusammengeklappt etwa 83 cm, während die Octa 120 ungefähr 100 cm lang ist. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch in der geringeren Dicke. Durch dieses flache Profil lassen sich mehrere Lichtformer in Transportkisten oder Kofferräumen übereinander stapeln. Das erleichtert die Organisation des verfügbaren Platzes im Fahrzeug erheblich, denn häufig ist nicht das Gewicht der Ausrüstung das größte Problem, sondern ihr unhandliches Volumen.
Metall-Speedring als austauschbares tragendes Element
EazyFlow Lichtformer werden standardmäßig mit einem Metallring im weit verbreiteten Bowens-Standard geliefert und können dadurch sofort mit den meisten Studioblitzen und LED-Dauerlichtern verwendet werden. Der Befestigungsring wird häufig lediglich als Adapter zur Leuchte betrachtet, doch in der Praxis konzentrieren sich genau dort die Kräfte, die beim Spannen der Stangen entstehen. Nach der Montage an der Leuchte wirkt zusätzlich das gesamte Gewicht der ausgeklappten Softbox direkt auf das Bajonett.
Aus diesem Grund kommt bei der EazyFlow Serie ein robuster Metall-Speedring zum Einsatz, der für häufiges Auf- und Zusammenklappen ausgelegt ist. Der Speedring selbst ist jedoch austauschbar. Die Konstruktion der Softbox unterstützt optionale Ringe für Godox-, Profoto-, Broncolor- und MS-Systeme. Dadurch sind Softbox und Gestänge unabhängig von einem bestimmten Bajonett. Beim Wechsel des Beleuchtungssystems im Studio oder bei der Arbeit mit gemischtem Equipment muss nicht der komplette Softbox-Satz ersetzt werden – es genügt, das Verbindungselement auszutauschen.

Geometrie, Tiefe und silberne Innenfläche der Lichtkammer
Neben der Breite beziehungsweise dem Durchmesser eines Lichtformers ist auch seine Tiefe ein wichtiger Konstruktionsparameter. Sie bestimmt den physischen Abstand zwischen der Lampenaufnahme und der vorderen Diffusionsfläche sowie die Winkel, unter denen das Licht innerhalb der Softbox reflektiert wird. Bei der Octa 120 beträgt die Tiefe beispielsweise etwa 54 cm, bei der rechteckigen Variante 60 × 90 cm rund 42 cm und bei der kompakten Größe 30 × 45 cm ungefähr 28 cm.
EazyFlow arbeitet wie eine dreidimensionale Lichtkammer mit einer hochreflektierenden silbernen Innenfläche. Das vom Blitzröhren- oder COB-LED-Licht erzeugte Licht breitet sich innerhalb der Kammer aus, trifft auf die Seitenwände, wird von ihnen reflektiert und gelangt erst nach dieser Durchmischung zur Vorderseite. Diese Konstruktion verhindert, dass Lichtenergie an dunklen Innenflächen verloren geht, und unterstützt eine gleichmäßige Verteilung des Lichtstroms über die gesamte leuchtende Fläche.
Zweischichtige Diffusion und die scheinbare Lichtquelle
EazyFlow verwendet zwei Ebenen aus Diffusionsgewebe, die jeweils eine unterschiedliche Funktion erfüllen. Die erste Schicht wird innerhalb der Softbox direkt vor der Lichtquelle befestigt. Sie dient der Gleichmäßigkeit des Lichts und reduziert die Entstehung eines deutlich sichtbaren Lichtpunkts, des sogenannten Hotspots, entlang der Achse der Leuchte. Die zweite Schicht bildet die äußere Front der Softbox. Ihre Oberfläche wird aus Sicht des fotografierten Motivs zur scheinbaren Lichtquelle.
Durch diese Kombination sieht das beleuchtete Motiv statt einer kleinen Blitzröhre eine gleichmäßige, große leuchtende Fläche. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die Weichheit des Lichts und der Charakter der Schatten nicht ausschließlich von der Größe der Softbox abhängen, sondern von ihrer scheinbaren Größe aus der Perspektive des Motivs. Eine große Softbox, die sehr weit entfernt steht, erzeugt härteres Licht als ein kleinerer Lichtformer, der direkt in der Nähe des Gesichts eines Models positioniert ist. Bei der Wahl der Abmessungen sollten daher immer sowohl der geplante Arbeitsabstand als auch die Größe der fotografierten Szene berücksichtigt werden.

Einfluss der Frontform auf das Licht und den Charakter der Reflexionen
Die EazyFlow Serie umfasst vier grundlegende Softbox-Formen, von denen jede unterschiedliche praktische Eigenschaften und eine andere Form der Reflexion in den Augen eines Models oder auf Produktoberflächen bietet. Die quadratische Variante erzeugt eine regelmäßige, symmetrische Fläche, die natürliches Fensterlicht sehr gut nachbildet und sich als vielseitiges Haupt- oder Aufhelllicht eignet. Die rechteckige Version ermöglicht eine flexible Ausrichtung – vertikal aufgestellt passt sie gut zu den Proportionen des menschlichen Körpers, während sie um 90 Grad gedreht einen breiteren Bildausschnitt gleichmäßiger ausleuchtet.
Eine Strip-Softbox mit ihrer langen und schmalen Form, beispielsweise in der Größe 40 × 90 cm, eignet sich zur Erzeugung präziser Reflexionen auf zylindrischen oder lackierten Oberflächen sowie zur Gestaltung von Kontur- und Kantenlicht an einer Person. Die oktogonale Octa erzeugt dank ihrer vieleckigen Form dagegen eine besonders natürliche, abgerundete Reflexion in den Augen und bietet eine sehr große leuchtende Fläche, die besonders in der Porträt- und Beautyfotografie geschätzt wird.
Grid zur präzisen Kontrolle der Lichtstreuung
Jede EazyFlow Softbox wird mit einem Stoff-Grid in Wabenstruktur geliefert. Seine Aufgabe besteht nicht darin, die Weichheit des Lichts zu verändern oder die Größe der leuchtenden Fläche zu reduzieren, sondern den Winkel zu begrenzen, unter dem die Lichtstrahlen den Lichtformer verlassen.
Das Grid lässt Licht passieren, das senkrecht zur Frontfläche verläuft, und begrenzt gleichzeitig seitlich austretende Strahlen. In der Praxis lässt sich dadurch weiches Licht auf dem Model beibehalten und zugleich verhindern, dass es ungewollt auf den Hintergrund oder benachbarte Elemente des Sets fällt. Bei der Strip-Version wird das Grid zu einem besonders präzisen Werkzeug für die Gestaltung von Kontur- oder Kantenlicht.

Praktischer Einsatz und veränderte Arbeitsabläufe am Set
Auch die physikalischen Auswirkungen großer Lichtformer sollten berücksichtigt werden. Eine größere Softbox bedeutet nicht nur mehr Gewicht – von etwa 0,84 kg bei der kleinsten rechteckigen Variante bis zu 2,1 kg bei der Octa 120 –, sondern auch einen deutlich größeren Hebel, der auf das Stativ wirkt. Im Außenbereich verhält sich eine aufgebaute Softbox wie ein Segel, weshalb ein stabiles Stativ und eine geeignete Beschwerung entscheidend für die sichere Nutzung sind. Der größte Vorteil von EazyFlow liegt jedoch in der Veränderung des Arbeitsablaufs während einer Aufnahme. Wenn der Wechsel eines Lichtformers nicht mehr mehrere Minuten und mühsames Spannen der Stangen erfordert, greift der Fotograf während der Session deutlich eher zu unterschiedlichen Formen und Größen. Der Wechsel von einer großen Octa für Porträts über eine rechteckige Softbox für weitere Einstellungen bis hin zu einem Strip für Konturlicht wird zu einem schnellen, routinemäßigen Arbeitsschritt. EazyFlow optimiert damit die Konstruktion der Softbox für dynamische Arbeitsbedingungen und bewahrt gleichzeitig die volle Qualität und Kontrolle bei der Lichtformung.